Ich arbeite momentan fleißig zu Hause auf meiner Baustelle und habe festgestellt: Laminat oder Parkett verlegen ist gar nicht so schwer. Nun zeige ich zeige euch, wie ihr mit etwas Geschick euren Parkett- oder Laminatboden selbst verlegen könnt.

Meine Landhausdielen aus Eiche. Foto: A.Muckelbauer
So sieht mein Parkettboden aus. Foto: A.Muckelbauer

Wer einen neuen Bodenbelag möchte, sollte sich vorher gut über die verschiedenen Materialien informieren. Ich konnte mich zuerst nicht zwischen Parkett und Laminat entscheiden. Letztendlich habe ich zuhause Parkett verlegt. Meine Gründe für diese Entscheidung erkläre ich euch im Beitrag „Parkett oder Laminat – eine Entscheidungshilfe“. Hier erfahrt ihr auch die Vor- und Nachteile der beiden Bodenbeläge. Nun möchte ich euch zeigen, wie man Klick-Parkett oder Laminat richtig verlegt.

 

Werkzeug-IconMaterial-Icon
– Schlagholz
– Gummihammer
– Zugeisen
– Werkbank
– Stichsäge
– Bohrmaschine
– Holzbohrer
– Forstnerbohrer
– Laubsäge
– Winkel
– Cutter
– Schere
– Bleistift
– Parkett/Laminat (10% Verschnitt)
– Abstands-Keile
– Dampfsperre
– Trittschalldämmung
– Klebeband bzw. Alu-Klebeband
– Bei krummen Wänden: Pappe als Schablone
– Etwas Leim

Parkett oder Laminat verlegen – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bevor ihr euch ans Laminat oder Parkett verlegen macht, brauchen die Paneele mindestens 48 Stunden Zeit, sich zu akklimatisieren. Das heißt, ihr solltet sie zwei Tage lang dort lagern, wo ihr sie auslegen möchtet. Stellt die Paneele bitte nicht senkrecht an die Wand, sondern flach auf den Boden. Sie dürfen sich nicht verbiegen. Die Raumtemperatur beträgt idealerweise zwischen 18 und 24 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 50 und 70 Prozent.

Inhalt:

Untergrund vorbereiten
Dampfsperre und Trittschallschutz anbringen
Boden verlegen: Am Anfang gut messen
Paneele verlegen
Paneele verriegeln
Problemzone wandangrenzendes Paneel
Problemzone Heizungsrohr
Problemzone schiefe Wände

Untergrund für die Bodenverlegung vorbereiten

Zuerst solltet ihr den Untergrund vorbereiten. Bei Unebenheiten, die drei Millimeter übersteigen, gilt es, den Boden auszugleichen. Löcher und Risse müssen ebenfalls mit Spachtelmasse verschlossen werden. Anschließend lasst ihr den Boden trocknen und reinigt ihn.

Dampfsperre und Trittschallschutz anbringen

Nun gilt es, eine Dampfsperre und einen Trittschallschutz anzubringen. Die Dampfsperre ist ein Schutz gegen Feuchtigkeit, die vom Untergrund aufsteigen könnte. Der Trittschallschutz sorgt dafür, dass eure Schritte auf dem Laminat- oder Parkettboden nicht so laut zu hören sind.

Breitet zuerst die Dampfsperrfolie auf dem Boden aus. Die einzelnen Folienbahnen sollten sich um mindestens zwanzig Zentimeter überlappen und auch an den Wandkanten zehn Zentimeter überstehen. Anschließend verklebt ihr die Nahtstellen mit Klebeband.

Danach breitet ihr die Trittschalldämmung aus. Hier dürfen sich die einzelnen Bahnen nicht überlappen, da sonst Unebenheiten entstehen. Der Trittschall sollte auch nicht an der Wand überstehen. Kleinere Lücken zwischen den einzelnen Bahnen sind nicht schlimm. Die Nahtstellen solltet ihr jedoch mit Klebeband fixieren.

Trittschallschutz, Dampfsperre, Parkett verlegen, Laminat verlegen, Parkettboden, Laminatboden. Foto: A.Muckelbauer
Beim Kombiprodukt aus Dampfsperre und Trittschallschutz müsst ihr die Kanten luftdicht mit Alu-Klebeband verschließen. Foto: A.Muckelbauer

Es gibt auch Kombi-Produkte, die Dampfsperre und Trittschallschutz vereinen. Ein solches haben wir gekauft. In diesem Fall geht ihr so vor: Breitet das Kombi-Produkt Bahn für Bahn im Raum aus. Dabei zeigt die alubeschichtete Seite nach oben. Hierzu findet ihr aber auch auf dem Produkt Hinweise. Anschließend dichtet ihr die Nahtstellen komplett mit Alu-Klebeband ab. Zuletzt fixiert ihr die Bahnen der Wand entlang mit Alu-Klebeband – und zwar so, dass das Klebeband an der Wand übersteht.

Parkett bzw. Laminat verlegen

Nun sind die Vorarbeiten erledigt und es kann mit dem Laminat beziehungsweise Parkett verlegen weitergehen. Dabei ist es wichtig, dass die Paneele längs vom Lichteinfall, zum Beispiel dem Fenster, weg verlaufen. Würden sie quer zum Fenster verlaufen, wären Unebenheiten an den Kanten der Paneele deutlicher sichtbar.

Wer am Anfang gut misst, hat später ein schönes Ergebnis

Das schwierigste am Parkett oder Laminat verlegen ist der Anfang, weil man hier genau messen muss, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Messt daher zuerst die Breite des Dekors eurer Paneele und dann die des Raumes aus. Denkt jedoch daran, zwei Zentimeter von der Raumbreite abzuziehen, damit zu jeder Wand hin ein Zentimeter Abstand zwischen Bodenbelag und Wand bleibt. Der Boden ist schließlich immer in Bewegung und muss sich ausdehnen können.

Meistens müssen die Paneele der letzten Parkettreihe längs durchgesägt werden, um einen perfekten Wandanschluss zu erreichen. Da es schwer ist, am Ende schmale Paneele von weniger als fünf Zentimeter Breite zu verlegen, solltet ihr notfalls die erste Paneelreihe längs so zurecht sägen, dass die letzte Paneelreihe, die ihr verlegen werdet, mindestens fünf Zentimeter breit ist. Dafür legt ihr das Paneel auf eurer Werkbank aus und verwendet die Stichsäge. Falls ihr die Breite der ersten Paneelreihe nicht anpassen müsst, solltet ihr aber die Nut mit der Laubsäge entfernen, damit der Abstand zur Wand nicht zu groß ist.

Anschließend legt ihr die erste Paneelreihe probeweise aus, ohne sie aneinander zu klicken. Prüft nun, an welcher Stelle das letzte Paneel zersägt werden muss. Wäre das letzte Paneel oder das Reststück weniger als 40 Zentimeter lang, solltet ihr das erste Paneel entsprechend kürzen. Da das Reststück der Beginn der Folgereihe ist, würde sich ein Messfehler hier reihenweise durchziehen.

Paneele verlegen

Nun legt ihr die erste Reihe aus und klickt sie seitlich zusammen. Vergesst dabei nicht, Keile als Abstandshalter zwischen Wand und Paneel zu stecken. Das Versatzstück legt ihr am Beginn der Folgereihe aus und klickt wieder Paneel für Paneel aneinander bis der Raum fertig ausgelegt ist. Achtet aus ästhetischen Gründen darauf, dass die Anfangs- und Endpaneele der Reihen im Wechsel mal länger und mal kürzer sind, aber nie 40 Zentimeter unterschreiten.

Parkett verlegen, Laminat verlegen, Parkettboden, Laminatboden. Foto: A.Muckelbauer
Dreht das Paneel über die Seitachse um und zeichnet mit Bleistift und Winkel ein, wo gesägt werden muss. Foto: A.Muckelbauer

So klickt ihr die Paneele aneinander

Klick-Parkett und -Laminat sind sehr einfach zu verlegen, da sich ihre Kanten gut miteinander verhaken. Wenn ihr Paneele miteinander verklickt habt, müsst ihr sie mit Schlagholz und Gummihammer verriegeln, damit sich später kein Spalt bildet. Bearbeitet einfach die Verbindung zwischen den Paneelen mit mäßiger Kraft mit dem Gummihammer. Anschließend legt ihr das Schlagholz an der Längsseite so an, dass ihr die Feder nicht beschädigt und schlagt darauf. Diesen Schritt wiederholt ihr vorne, in der Mitte und hinten entlang der Längsseite des Paneels und zuletzt an der kurzen Seite.

Problemzone wandangrenzendes Paneel

Seid ihr bei der letzten Parkett- oder Laminatreihe angekommen, könnt ihr nicht mehr mit dem Schlagholz arbeiten, um die Paneele zu verriegeln. Schließlich ist die Wand im Weg. Hier kommt nun das Zugeisen zum Einsatz. Legt das Zugeisen in der Spalte zwischen Parkett und Wand an und schlagt dann mit einem Hammer so auf das Eisen, dass sich das Paneel perfekt mit dem vorherigen verbindet.

Parkett verlegen, Laminat verlegen, Parkettboden, Laminatboden. Foto: A.Muckelbauer
Oberes Bild: Bei der vorletzten und letzten Parkettreihe kam das Zugeisen zum Einsatz, um die Paneele zu verriegeln. Unteres Bild: Das X kennzeichnet den Teil des Brettes, der nicht gebraucht wird. Foto: A.Muckelbauer

Problemzone Heizungsrohr

Die schwierigste Herausforderung ist, Parkett oder Laminat bei Heizungsrohren zu verlegen. Hier ist wieder Geschick mit dem Maßband gefragt. Ermittelt zuerst den Durchmesser des Heizungsrohrs und addiert zwei Zentimeter dazu, damit es später einen ausreichenden Abstand zwischen Rohr und Brett gibt. Nun wisst ihr, welches Maß euer Forstnerbohrer braucht.

Anschließend messt ihr den Abstand zwischen der Wand und der Mitte des Heizungsrohrs und zieht davon einen Zentimeter ab sowie zwischen der Mitte des Rohrs und dem seitlichen Paneel-Ende. Mithilfe von Bleistift und Winkel zeichnet ihr nun ein Kreuz auf das Paneel.

Bohrt zuerst mit einem Holzbohrer das Führungsloch für den Forstnerbohrer in das aufgemalte Kreuz. Anschließend setzt ihr den Forstnerbohrer an und bohrt das Loch für das Heizungsrohr aus.

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So verlegt ihr Parkett oder Laminat am Heizungsrohr. Foto: A.Muckelbauer

Nun habt ihr ein ausreichend großes Loch fürs Heizungsrohr im Paneel, aber könnt es noch nicht ans Rohr anlegen. Daher müsst ihr mit einer feinen Laubsäge ein Stück zwischen Paneel-Ende und Loch aussägen. Dieses Stück sollte etwas breiter als der Durchmesser des Heizungsrohres sein. Nun könnt ihr das Paneel verlegen. Zuletzt setzt ihr das ausgesägte Stück hinter dem Heizungsrohr wieder ein und verleimt es.

Problemzone schiefe Wände

Ein häufiges Problem beim Boden verlegen sind schiefe Wände. Wenn ihr eure Parkett- oder Laminatpaneele hier gerade absägen würdet, könnte auf einer Seite der Abstand des Paneels zur Wand so groß sein, dass ihn die Sockelleiste nicht mehr überdeckt. Aus diesem Grund müsst ihr das Paneel bei einer krummen Wand auch entsprechend schief sägen. Doch vorher solltet ihr euch eine Schablone aus Pappe basteln:

1. Legt das gerade Brett mit Abstandskeile an die Wand an. Messt nun an mehreren Stellen den Abstand zwischen Paneel und Wand.
2. Legt eure Pappe, die genauso breit wie euer Paneel sein muss, ans Paneel an. Zeichnet nun die Abstände zwischen Wand und Brett so auf die Pappe, dass ihr eine Kurve zeichnen könnt, die der Schiefe eurer Wand entspricht. Folgendes Schaubild erklärt das Vorgehen:

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3. Schneidet nun die Pappe zurecht und übertragt das Ergebnis mit einem Bleistift auf euer Paneel.
4. Nun sägt ihr das Paneel mit der Stichsäge entlang der Linie zu und verlegt es.

Wenn ihr euren Laminat oder euer Parkett fertig verlegt habt, könnt ihr euch an die Randleisten machen. Wie man Sockelleisten richtig verlegt, erfahrt ihr hier. Auf ein gutes Gelingen!

Ich beschäftige mich gerne mit Heimwerken, Wohnungs- und Gartengestaltung und hoffe, dass euch meine Beiträge hilfreiche Inspirationen geben.

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