Tropfender Wasserhahn: Dichtung wechseln leicht gemacht

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Plopp, plopp, plopp ertönt es aus meiner Küche. Oje, das neue Jahr geht schon mal gut los: Der Wasserhahn tropft. Was tun? Na, Werkzeug zusammensuchen und ran an den Hahn. Einen tropfenden Wasserhahn könnt ihr mit wenigen Handgriffen selbst reparieren. Hier seht ihr, wie es geht.

Wasserhahn tropft, Wasserhahn undicht, Wasserhahn reparieren. Foto: Alexandra Potthof

Ist der Wasserhahn einer Zweigriffarmatur undicht, liegt das meist an einer kaputten Dichtung. Foto: Alexandra Potthof

Es gibt drei mögliche Ursachen für einen tropfenden Wasserhahn: Im Falle eines Einhebelmischers könnte die Kartusche in der Armatur verkalkt sein. Handelt es sich um eine Eingriff- oder Zweigriffarmatur, kann das Tröpfeln an einer kaputten Dichtung oder einem verkalkten Ventilsitz liegen. Bei meinem Hahn war eine poröse Dichtung schuld daran. Nun zeige ich euch, wie man eine Wasserhahn-Dichtung wechselt.

Das braucht ihr, um den Wasserhahn zu reparieren:

  • Lappen
  • Neuer Gummidichtungsring
  • Rohrzange
  • Schraubschlüssel
  • Schraubendreher
  • evtl. Ventilsitzfräser (bei Standart-Haushaltsarmaturen in Größe 3/8 Zoll und 1/2 Zoll)
  • evtl. Taschenlampe

Wasserzufuhr stoppen

Bevor ihr die Dichtung des tropfenden Wasserhahns austauscht, solltet ihr die Wasserzufuhr zum Hahn stoppen, damit es keine Überschwemmung gibt. Schließt dazu das separate Absperrventil. Das ist ein Eckventil, welches aus der Wand ragt. Wenn ihr kein solches Ventil habt, muss eure komplette Wasserversorgung gesperrt werden. In der Regel findet ihr das entsprechende Rohr mit dem Absperrventil im Keller. Anschließend lasst ihr den vorhandenen Druck aus dem Wasserhahn, indem ihr ihn im abgesperrten Zustand etwas aufdreht.

Griff entfernen

Jeder Hahn ist anders konstruiert. Viele Zweigriffarmaturen besitzen beispielsweise eine Griffabdeckung. Diese müsst ihr abnehmen, um die darunter befindliche Schraube lösen zu können. Wenn der Drehknauf des Hahns nicht angeschraubt ist, gibt es zwei weitere Möglichkeiten, um den Griff abzumontieren: Entweder müsst ihr kräftig daran ziehen oder ihn komplett aufdrehen und mit der Rohrzange in die gleiche Richtung weiter drehen bis sich der Griff löst. Tipp: Legt einen Lappen zwischen Armatur und Zange, um Kratzer zu vermeiden.

Ventil herausnehmen

Wasserhahn Dichtung wechseln, Wasserhahn reparieren. Foto: Alexandra Potthof

Der Dichtungsring ist mit einer Mutter am Ventil befestigt. Foto: Alexandra Potthof

Nun liegt das Ventil des tropfenden Wasserhahns frei. Das könnt ihr mit einem Schraubschlüssel lösen und herausnehmen. Auf der Unterseite des Ventils seht ihr die Dichtung. Sie ist mit einer Schraubmutter auf einer Metallasche befestigt. Nehmt zuerst die Mutter ab. Anschließend könnt ihr die Gummidichtung mit einem kleinen Schraubendreher aus dem Ventil hebeln. Nun seht ihr die Ursache für den tropfenden Wasserhahn: Die Dichtung ist in der Regel entweder gerissen, wellig, porös, verhärtet oder verkalkt. Falls sie lediglich verkalkt ist, könnt ihr sie in ein Essigbad legen bis der Kalk weg ist und sie weiter verwenden.

Tipp für Ein- und Zweigriffarmaturen: Ventilsitz reinigen

Bei dem Austausch der Dichtung einer Eingriff- oder Zweigriffarmatur solltet ihr im Idealfall den Sitz des Ventils reinigen. Manchmal ist nämlich auch ein verkalkter Ventilsitz schuld am topfenden Wasserhahn. Wenn ihr nach dem Entfernen des Ventils mit einer Taschenlampe in das Rohr der Armatur leuchtet, seht ihr eine ringförmige Fläche. Das ist der Ventilsitz. Auf ihn drückt – im zusammengebauten Zustand und bei zugedrehten Griffen – die Ventilscheibe, um das Wasser abzusperren. Durch die Nutzung des Hahns können sich dort Ablagerungen bilden, die den Wasserhahn undicht machen. Um Ablagerungen am Ventilsitz entfernen zu können, braucht ihr einen Ventilsitzfräser.  Diesen gibt es im Baumarkt zu kaufen. Für Standard-Haushaltsarmaturen ist ein Fräser in der Größe 3/8 Zoll und 1/2 Zoll nötig. Üblicherweise werden diese Größen als Kombination angeboten.

Wasserhahn tropft, Wasserhahn verkalkt, Ventilsitz reinigen. Foto: Alexandra Potthof

Mit dem Ventilsitzfräser befreit ihr den Ventilsitz von Ablagerungen. Foto: Alexandra Potthof

So geht’s: Schraubt den Ventilsitzfräser in das Armaturenrohr hinein, so wie ihr das mit dem Wasserhahnventil machen würdet. Danach betätigt ihr das Handrad des Fräsers im Uhrzeigersinn. Dabei spürt ihr einen deutlichen Widerstand. Nach ein paar Umdrehungen solltet ihr den Fräser aus dem Ventilsitz herausschrauben. Überprüft mit einer Taschenlampe, ob nun der Sitz des Ventils blank ist. Sind noch Ablagerungen vorhanden, müsst ihr die Schritte wiederholen.

Nach dem Fräsen liegen die abgetragenen Späne im Rohr. Es ist wichtig, dass ihr sie sorgfältig wegspült, damit sie euren Wasserhahn nicht erneut undicht machen. Hierfür solltet ihr das Absperrventil vorsichtig öffnen. In Folge dessen sprudelt das Wasser aus dem Rohr heraus und nimmt die Materialien mit. Danach schließt ihr das Absperrventil wieder.

Neue Dichtung einlegen und zusammenbauen

Anschließend legt ihr die entkalkte oder eine neue Gummidichtung in die Halterung des Ventils und schraubt sie mit der Mutter fest. Anschließend baut ihr die Ein- beziehungsweise Zweigriffarmatur wieder zusammen. Zuletzt solltet ihr testen, ob alles dicht ist. Das macht ihr, indem ihr die Wasserzufuhr wieder öffnet und den Hahn voll aufdreht. Wenn kein Wasser aus euren Griffen tröpfelt, ist alles in Ordnung. Der undichte Wasserhahn ist repariert.

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